Aktuell

Vom 22. – 25. Feb. 2024
bin ich am Stand der

Galerie Heike Schumacher

wieder auf der

Art Karlsruhe vertreten

Dieses mal mit Fotoarbeiten

buzz

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Aktuell

In der Jahresausstellung der Mitglieder des

IBC Überlingen

in der städtischen Galerie Fauler Pelz Überlingen

sind diese Fotoarbeiten von mir zu sehen:

Alle Diasec, 90x60cm, 2023

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Aktuell

Ausstellung in der

Galerie Heike Schumacher

Hochbildstr. 22a
88662 Überlingen

Farbfarbe

Zu Arbeiten von Ralf Bittner

Im Gegensatz zu den vielen Künstlerinnen und Künstlern, die sich der sogenannten zeitgenössischen Lichtkunst verschrieben haben, kommt Ralf Bittner in seinen Arbeiten – zwischen Farbmalerei und Fotografie – offensichtlich ganz ohne fluoreszierende Leuchtmittel, aufwendige technische Apparaturen und jedwede Stromversorgung aus. Dass diese den sie Betrachtenden nichtsdestoweniger dennoch gehörig unter Strom setzen, ja in geradezu visuelle, wenn nicht sogar synästhetische Strömungen zu versetzen imstande sind, zeichnet sie in besonderem Maße aus.

Ist sie nämlich erst einmal eingeschaltet – und das ist sie bei Ralf Bittner immer –, flasht hier die Farbe allenthalben. Ein helles Flimmern und ein gleißendes Raunen von Licht ballt sich da zusammen, fliegt einem gleich lauthals um die Augen, klingt nach plötzlich neonfarbenem Brausepulver auf den Zungen, brandet an wild tumultuarischen Riffs himmlischer Gitarrengötter und anderer Heroinen an, die in dieser verwegenen Liveversion noch nirgendwo anders zu sehen und hören gewesen waren.

Was scheren uns da noch sorgsam abgezirkelte Licht-Raum-Modulatoren, wie sie dereinst etwa ein László Moholy-Nagy ersonnen hatte, und sämtliche seiner turellischen Nachfahren, wenn Farbe und Licht auch alles aus sich selbst heraus sein können. Analog, Material, Oberfläche, durchscheinender Grund, allerhand Sehstörungen im besten Sinne, auch ohne das beiläufige Mitsummen elektro-elektrischer Zutaten. Die Lichter der Großstadt und alle anderen Leuchtreklamen sind uns seit über 100 Jahrhundert sattsam vertraut, was schimmert und was glitzert, begeistert uns von Anbeginn der Zeit. Das ach so Preziose gegenwärtigen Designs – shiny, glossy, fancy – nimmt in bewährter Weise gefangen, doch was geschieht mit einem anderen Leuchten, inwendig irgendwie, dem Einfall, dem Zufall geschuldet?

Dieses Leuchten, Aufleuchten entsteht in den Werken von Ralf Bittner allmählich, erst an den Rändern, den Grenzen, den Übergängen, wo sich Farbe und Farbe, Fläche und Fläche begegnen oder sich gegenseitig überlagern. Malerische und fotografische Momente fließen schier organisch ineinander über, wo sich Schärfe und Unschärfe unvermittelt treffen, fotografische Aufnahme, optische Fundstücke und die mit Spachteln und Rakeln aufgetragene Farbe miteinander verschmelzen. Im sukzessiven Einsehen dann wird es vollends unwichtig, was auf der einen Seite Fotografie ist und was auf der anderen Seite tatsächlich aufgebrachte Farbe und Strukturen, „gemalt“ und zugleich nicht eigentlich gemalt. Fotografisch eingefangene Impressionen von Blätterformen, Zeichnungsspuren, der Rapport eines Fußbodenornaments, von beliebigen Abdeckfolien oder achtlos stehengelassenen Plastikeimern verselbständigen sich zu malerischen Lichtflächen, die hoch reflektierenden Verschichtungen der Farblacke dagegen wirken umgekehrt eher wie die Hochglanzoberfläche von Fotoabzügen.

Die weitgehende Auflösung festgefügter bildnerischer Kategorien und Konventionen – hier fotografisches Abbild, dort gemalte Erfindung – setzt sich in der Wahrnehmung der Arbeiten von Ralf Bittner weiter fort. Unversehens spielt der Bildgegenstand, das Motiv oder Sujet überhaupt keine Rolle mehr. Horizontal verlaufende Linien, die da entstehen, wo zwei Farbkompartimente aufeinander- bzw. aneinanderstoßen, mögen noch die Anmutung von Landschaftlichem vermitteln, spiegelnde Oberflächen von Grün- oder Blautönen bestenfalls die Tiefen und Untiefen von rätselhaften Naturgewässern repräsentieren, im Dunst der verschwimmenden Farbschichten der aufsteigende Nebel an zufällig fantasierten Horizonten. Im wesentlichen haben wir es allerdings mit Farblichtlandschaften im weitesten Sinne zu tun, in die wir uns selbstvergessen verlieren können, in den ebenso sinnlichen Übergängen von wirklich Gesehenem und dem in der Imagination diffus Gedachten, jene Schärfen und Unschärfen vor uns hin und her balancierend, überschäumend, rauschhaft, barock-barock gewissermaßen.

Und so treffen sich dann doch noch Lichtkünstler ganz unterschiedlicher Herkunft in den arkadischen Zwischenräumen wieder, zwischen Wirklichkeit und Einbildungskraft, Fotografie und Malerei, stets aber inmitten von Farbe „… aus der Überzeugung heraus, dass es möglich ist, Realität zu konstruieren; gestaltet nach unseren Träumen und Visionen und getragen von der Vorstellung, dass Konstrukte und Modelle genauso real sind wie alles andere.“*

Clemens Ottnad

* Olafur Eliasson – Baroque Baroque (hg. von Francesca von Habsburg, Agnes Husslein-Arco, Daniela Zyman), Ausstellung im Belvedere Wien 2015/16, Berlin 2015 (zit. nach www.in- arcadia-ego.com/olafur-eliasson-baroque-baroque/)

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Messen 2020

An der

Art Karlsruhe 2020

vom  13. – 16. Februar 2020

nehme ich dieses Jahr
zum dritten Mal teil am Stand der

Galerie Heike Schumacher

 

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Aktuell

Aktuelle Ausstellung:

in arcadia
16.11.2019 – 04.01.2020

Galerie Heike Schumacher, Hochbildstr. 22a, 88662 Überlingen

visit: in arcadia

Pressetext:

Die Wirklichkeit der Bilder ist zuerst die Wirklichkeit ihrer eigenen Bedingungen. Es sind dies die Erscheinungen von Farbe, ihre Tonalität und Gestaltung. In gleicher Weise aber auch des materiellen Trägers, der dieser Erscheinung Form und Struktur verleiht, sowie die Korrespondenz des Bildes zum Raum. Diese Bezüge sind es mit denen Ralf Bittner, der als freischaffender Künstler in Überlingen lebt, arbeitet und auf die er hinweisen möchte.

In seinen Arbeiten geht es ihm rein um das Erlebnis, das Geschehen von Farbe. Dabei soll ein Bild kein ideales sein, das heißt, es soll nicht die Ableitung einer Idee oder geistigen Vorstellung sein, weil deren Erscheinen immer nur Subjektkonstruktion ist.
Die konventionelle Forderung nach Authentizität beantwortet Ralf Bittner durch eine Methodik, die scheinbar zufällig Bilder findet. Die Arbeit wird der mechanischen Gestik der Hand überlassen. Erst in späteren Überarbeitungen werden deren natürliche oder naturhafte Äußerungen modifiziert und unterstrichen. Dieses Ausschalten privater Intelligiblität und Evidenz führt dann zu Bildern, die ohne Intention ihren eigenen bildimmanenten Bedingungen unterworfen, sozusagen aus sich selbst entstehen.

Ralf Bittner agiert damit ähnlich wie Daniel Buren, der schon 1970 seine Arbeitsweise mit den Worten beschrieb: Es regnet, es schneit, es malt.

Bernhard Maier:

„Ich bin hier geboren. Seitdem berühre ich die Natur. Die Natur berührt mich.
Ich bin Bildhauer. In meinem Tun gestalte ich Dinge in der Natur.
Das Atelier ist die Natur.
Meine Inspiration, sowie die Materialien stammen aus der Natur.
Was ausnahmslos hinter jeder meiner Arbeiten steht ist der achtsame und respektvolle
Umgang mit dem Material und der Natur.

Diese Sorgfalt wirkt beständig, deutlich spürbar in, und durch meine Arbeiten.
Allein der Blick berührt.

Die haptische und optische Wahrnehmung steht im Vordergrund.
Hinter jeder Arbeit steht ein neuer, eigener Schaffensprozess.
Ich gebe das Meine in die Form und die Gestaltung.
Meine Arbeiten wollen berührt werden, um zu berühren.“

Vernissage: Samstag, den 16. Nov. um 18Uhr mit einer Einführung durch Thomas Warndorf

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Heimat

Liebe Kunstfreunde und Künstler,
hiermit laden wir Sie rechtherzlich zur
Ausstellung „HEIMAT“ von Freundeskreis Kunst Unteruhldingen-Mühlhofen in der Galerie Gunzoburg, Aufkircher Str. 3, in 88662 Überlingen ein.
Ausstellungsdauer von So. 06. bis So. 27. Oktober 2019, Vernissage, So. 06.10.2019, 11 Uhr.
Der Freundeskreis Kunst Uhldingen-Mühlhofen e.V. ist 2017 20 Jahre alt geworden. knapp die Hälfte der fünfzig Mitglieder ist künstlerisch tätig. Ergänzend zu den Ausstellungen findet jeden Monat ein Ausstellungsbesuch statt, die Ziele der letzten Ausfahrten waren Basel, Bregenz, Engen, Tuttlingen, Ravensburg, Karlsruhe. Alle zwei Jahre planen die Mitglieder eine mehrtägige Reise, meistens in eine Metropole, die zeitgenössische Kunst, Architektur und Design zu bieten hat, wie z.B. Mailand, Graz oder Kopenhagen. Die Künstler decken ein breites Spektrum an Techniken, wie Malerei, Fotografie, Dreidimensionales, Installation und Video, ab.
Da in Uhldingen-Mühlhofen kein geeigneter Ausstellungsraum zur Verfügung steht, ist der Verein gezwungen FREMD zu gehen: z. B. Galerie Heike Schumacher in Überlingen, Plattform in Friedrichshafen und jetzt, im Oktober 2019 in der Galerie Gunzoburg, wieder in Überlingen. Für diese Mitgliederausstellung wählte der Vorstand das Thema „HEIMAT“, machte aber keinerlei inhaltliche Vorgaben und ließ freie Hand bei der Auswahl der Techniken. Eine kleine Auswahl an Stellungnahmen zeigt, wie breitgefächert das Bild der Heimat ist. Sie stehen stellvertretend für 22 Künstlerinnen und Künstler, die sich von diesem schwierigen Begriff inspirieren ließen.
 
Carla Chlebarovs Heimat ist nicht an einen geographischen Ort gebunden. Die Farben sind ihre Lebensbegleiter und das Atelier ist der Ort, der für sie Heimat bedeutet.
Wogegen Hannelore Bucher, die fest am See verwurzelt ist, sich vom Lied „Die Fischerin vom Bodensee“ inspirieren lässt. Heimat, die Geborgenheit vermittelt, die idyllisch verklärt sein kann – bis hin zum Kitsch.
Zu guter Letzt ätzt Ralf Bittner, die meisten Äußerungen in den Medien zum Thema Heimat seien zu gemüt- und stimmungshaft. „Man versichert sich beständig gegenseitig, wie schön man es habe und alles solle so bleiben wie es ist. Also scheint es dann, als würde der Mensch sich freiwillig selbst verzwergen, um hinterm geistigen Jägerzaun weideselig seinen Selbstgenuss wiederzukäuen.“
                                                                                                         
Künstler/innen: Carmen Baerens, Ralf Bittner, Gudrun Böhm, Sabine Braisch, Hannelore Bucher, Carla Chlebarov, Jeannette Cord, Ursula Eichinger, Dorle Ferber, Alma Göring, Sybille Groh, Fryderyk Heinzel, Karin Jablonka, Wiltrud Karitter, Barbara Knoglinger-Janoth, Michael Kussl, Manfred Mall, Isolde Nickel, Anna Rudolf, Annemarie Rudolph, Nora Schamél, Felicia Waldecker
 
 
Galerie Gunzoburg Aufkircher Straße 3 in 88662 Überlingen
 
Freundeskreis Kunst Unteruhldingen-Mühlhofen
„HEMAT“ (Fotografie, Installation, Malerei, Objekt/Bildhauerei, Papierarbeiten, Video)
Eröffnung: So. 06.10.19, 11 Uhr
Ausstellung: So. 06. – So. 27. Oktober 2019
Öffnungszeiten: Di-Fr 14-18, Sa 11-13, So 14-18 Uhr
An den Wochenenden sind Künstler anwesend
www.ibc-ueberlingen.de
www.Kunst-in-uhldingen.de

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Ausstellung

Vom 21. – 24. Februar 2019 nehme ich teil an der

Art Karlsruhe

am Stand der Galerie Heike Schumacher, Überlingen
Halle 1, Stand U01

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Ausstellung

Ausstellung von bearbeiteten Fotografien in der Kleinen Galerie in Bad Waldsee

11.November – 30. Dezember 2018

Ausstellung Ralf Bittner „Energie und Bewegung“

Kunstraum/Kleine Galerie/ Bad Waldsee

11. November 2018

Was ist Wahrheit“, fragt Pontius Pilatus. Er ahnt nicht, dass es sich eines Tages um die grundlegende Frage des 21. Jahrhunderts handeln wird, oder, um im bayerisch zeitgenössischen Jargon zu sprechen, dass diese Frage nach der Wahrheit zur Mutter aller Probleme mutieren wird.

Panta Rhei“, stellt Heraklit fest. Er ahnt nicht, dass seine Lehre vom Werden und Vergehen ihren geruhsamen Status des Dahinfließens verlieren wird und, zeitgenössisch gesprochen, alles rast. Am besten im Bruchteil von Sekunden.

Eine dahinrasende Bilderflut, ohne Anfang ohne Ende. Eine Flut, in der Realität und Wahrheit durcheinanderwirbeln, Glaube, Wirklichkeit und Lüge nicht auseinanderzuhalten sind, Subjekt und Objekt sich real nicht scheiden lassen und am ehesten hilft noch Goethes Wort: „Man sieht nur, was man weiß“. Man möchte für uns heute hinzufügen. Man sieht nur, was man ganz schnell weiß.

Ralf Bittners Ausstellung „Energie und Bewegung“ verstehe ich als Überlegung, der Wirklichkeit ein Bild zu geben oder umgekehrt dem Bild eine Wirklichkeit zu verleihen. Was ist ein Bild? Das Bild als Produkt des Künstlers? Das Bild als Produkt seiner selbst oder, wie Ralf Bittner es formuliert, das Bild am Ende mit einer eigenen Wirklichkeit?

Der 1963 in Duisburg geborene Ralf Bittner lebt und arbeitet seit langen Jahren am Bodensee. Nach seinem Studium in Köln (Völkerkunde und Afrikanistik) und schließlich seit 1994 mit seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler hat er sich mit verschiedensten Techniken und Medien bis hin zu Installationen beschäftigt. Der Betrachtung wert sind seine Schränke, Kommoden oder Regale, die er sowohl als Kunstobjekte wie auch als alltagstaugliche Möbel aus verschiedenen hochwertigen Hölzern baut. Als er 2004 die Fotographie als weiteres Medium in sein Werk aufnimmt, kommen neue Überlegungen zur Bedeutung von Wahrheit und Wirklichkeit hinzu, eingebettet in Gedanken über das Phänomen der Zeit.

Die hier gezeigten Arbeiten sind alle direkt auf Aludibond-Platten gedruckt, also keine kaschierten Papiere. Zuweilen schimmert der silberne Bildträger durch den Druck hindurch, erzeugt je nach Stand des Betrachters eigentümliche Licht- und Farbwechsel, lässt beinahe den Eindruck eines Hologramms zurück. Grundlage der hier vorgestellten Arbeiten sind Aufnahmen mit dem analogen Fotoapparat.

Das sind zum einen Naturaufnahmen, deren Entstehungsgeschichte leichter nachvollziehbar ist, weil diesen Bildern eine bewusste Auswahl des Motivs vorausgeht. Diese Naturaufnahmen beeindrucken nicht nur durch ihre Tiefenwirkung. Sie sind Ausschnitte der Natur, zugleich aber Ausschnitte des Verständnisses von Natur, denn diese Bildausschnitte sind vom Künstler bewusst gesucht und ausgewählt. Sie sind zudem mit einem Acrylglas überzogen.

Ralf Bittner nimmt den fotografischen Prozess zum Anlass nehmen, unser Sehen von Bildern zu hinterfragen, indem er diese in eine malerische Gestaltung zurückführt. Seine Arbeiten transportieren den Eindruck von Auflösung und Unwirklichkeit. Sie, spiegeln etwas Konkretes vor und sie können beim Betrachter eine Stimulation romantischer Gefühle erzeugen, bewirkt von grünen Farbtönen, Nebelschwaden und enormer Bildtiefe, die Einsamkeit suggeriert. Das Foto der Natur hat sich in wenigen Momenten der Betrachtung in eine Interpretation von Natur gewandelt. Vielleicht hätte Martin Heidegger, hätte er Bittners Arbeiten hier gesehen, gesagt: Der Künstler wendet ein Bild des Seins (= Natur) in ein Sein des Bildes. Das ist ein Kraftakt voller Energie.

Das gilt vor allem für die Mehrzahl der hier gezeigten Bilder, die nicht der Natur entstammen. Sie entstehen auf eine ganz besondere Weise. Mit längerer Belichtungszeit fotografiert Ralf Bittner mit der analogen Kamera laufende TV-Sendungen. Da die TV-Bilder in raschen Schnitten und Bildwechseln laufen, kann er nicht mehr tun als den Auslöser zu drücken. Bis die Bilder im Labor entwickelt sind, ahnt er also bestenfalls, was auf dem Film festgehalten ist.

Im Gegensatz zur Digitalfotografie, die die sofortige Kontrolle der Bilddatei erlaubt, heißt es im analogen Bereich: Warten. Zeit. Entschleunigung. Erst der entwickelte Film gibt preis, was als Bild entstanden ist. Er trifft eine Auswahl, wandelt die Fotos in digitale Dateien, die auf die Platten gedruckt werden. Es sind also von technischen Bedingungen fremdbestimmte Bilder. Sowohl die auf diese Weise vom Bildschirm abfotografierte Sequenz wie auch die durch die Länge der Belichtungszeit bestimmte Unschärfe zeigen von völliger Zufälligkeit.

Und doch haben wir ein Bild. Wir haben ein Bild von einem Bild, das wiederum aus Bildern besteht. Wir haben ein Bild ohne Anfang und Ende, zufällig begonnen mit dem Druck auf den Auslöser und zufällig beendet. Jeder dieser Arbeitsschritte ist aufgeladen mit Zeit, mit Information, mit Bewegung. Diese Inhalte zu bemerken, sie aufzunehmen, heißt, sie in der Betrachtung zu konkretisieren, sie zu interpretieren.

Ralf Bittner sagt. Ein Bild ist erst dann ein Bild, wenn der Betrachter weiß: dies ist ein Bild. Ohne Betrachtung gibt es kein Bild. Und erst in der Betrachtung wird ein Bild zur Wirklichkeit. Das lehrt uns jeden Abend die Betrachtung von Fernsehbildern.

Portrait of a flag“ heißt eine Arbeit dieser Ausstellung. Eine Flagge, aber welche? Eine Flagge, die zugleich viele Flaggen sind. Es ist eine starke Bewegung festzustellen, die aus Unschärfe erzeugt ist, so als durchquere diese Flagge gerade das Bild und es ist ein winziger Augenblick des Stillstandes der Bewegung festgehalten. Wenn das Bild nicht diesen Titel tragen würde, würden wir dann auch alle die unscharfe Welle als Flagge interpretieren? Aus dem Bild heraus vielleicht nicht. Aber aus der Kenntnis anderer Bilder heraus schon. TV-Bilder von Flaggenparaden, Gedenktagen, aufgeladen mit der Energie nationaler Mythen.

Bei mir geht es anders. Ich sehe das Bild und ordne es kunsthistorisch ein: Eugene Delacroix und sein Bild der Julirevolution 1830, „Die Freiheit führt das Volk“. Das ist die Wirklichkeit meines Bildes. Sie gilt aber nicht. Das Bild liefert anderen Betrachtern auch andere Wirklichkeit. Flatternde Fahnen auf den Fahrzeugen des Islamischen Staats vielleicht. Oder ganz anders, die Flaggenparade für den großen Kim Jong Un in Nordkorea. Das ist doch merkwürdig, meint Ralf Bittner, es ist immer ein Bildprodukt, aber wir machen in der Betrachtung, geboren aus der Unschärfe, aus der Vieldeutigkeit, geboren aus unserem eigenen Kopfkino, unsere eigene Bildinterpretation. Ralf Bittner schafft eine subjektive Bildwirklichkeit, die erst in der Betrachtung entsteht, unabhängig davon, mit welchen technischen Mitteln die Produktion des Bildes umgesetzt wurde.

Es kann also auch keine Idee geben, oder keine Botschaft, nur die Energie des Bildes, die auf den Betrachter einwirkt. Energie, die wir die Macht des Bildes nennen oder wie die Soziologen sagen, nonverbale Kommunikation erzeugen, zwischen Künstler, Bild und Betrachter. Das ist ein weites Feld auch der Kunstgeschichte und der Kunsttheorie, das hier jetzt nicht zu beackern ist. Es gilt dann über Raum- und Tiefenwirkung zu reden, über Perspektive bis hin zu überdimensionaler Bildgröße. Es gäbe dann auch die Überlegung, dass die Macht des Bildes zugleich auch die Macht des ihr zugehörigen Marktes sein könnte.

Man könnte solche Überlegungen zur Macht des Bildes auch mit der Feststellung fortsetzen, dass Bilder nicht nur Macht ausüben, was im Übrigen ja bereits ihre Eigenständigkeit umschreibt. Sie wirken manipulativ, sie beeinflussen, verfälschen. Bilder können Waffen sein. Frühere Schlachtfelder mochten Verdun heißen oder Stalingrad. Heute heißen sie YouTube oder Instagram.

Ralf Bittners Bilder liefern einen Ansatz, darüber nachzudenken, ob die Macht eines Bildes, so wie einst gedacht, allein aus der unverwechselbaren Autorenschaft eines Künstlers geboren wurde. Da zählte die Vorstellung, der Künstler sei immer stärker als sein Bild. Es sei also das Bild gar nicht zu verstehen, wenn man nicht die Absichten, Botschaften, Ideen seines Produzenten kennen würde. Aber Ralf Bittner wendet sich gegen diese Vorstellung. Seine Arbeiten sind keine Doppelgänger einer Wirklichkeit, sie sind auch keine Doppelungen seiner selbst. Sie sind nicht die Kopien oder Folien seiner Gedanken. Sie sind eine eigene Wirklichkeit, der jeglicher Anspruch fehlt, der einst der Kunst so wichtig war, nämlich der repräsentative Charakter des Bildes, zum Lob des Künstlers, aber auch zum Lob seines Besitzers.

Hier in der Ausstellung erzeugt die Wirklichkeit der Bilder eine Art Kraftraum, indem ihre Platzierung an den Wänden ein neues großes Bild erzeugt. Ralf Bittner legt Wert darauf, dass er keine Serien schafft, auch wenn die Technik und Abläufe der Herstellung das suggerieren können. Aber er will erreichen, dass eine Korrespondenz im Raum entsteht und sich die Energie der Bilder im Raum in der Betrachtung entlädt.

Manchen Arbeiten verleiht Ralf Bittner nachträglich den Status eines Unikats. Er übermalt einen Teil im unteren Drittel der Platte. Es scheint, als ob das Bild ein zusätzliches Podest erhält, auf dem es ruhen kann. Bittner produziert einen eigentümlichen Widerspruch zwischen Statik und Bewegung, zwischen Energie und Ruhe. Schriften erscheinen als Bildtitel oder Hinweise auf seine Gedanken. Sie wirken mir wie eine Art literarischer Anmerkungsapparat. Zwingend sind die Vorgaben nicht, man kann die kalligraphischen Ergänzungen auch als Teil der reinen Bildwirkung aufnehmen. Jedenfalls ist dann aber aus dem immer wieder reproduzierbaren Bild ein Unikat entstanden. Damit verstärkt Bittner nochmals den Erlebnischarakter seiner Bilder.

Was also ist Wahrheit? Wir haben da ein kleines Problem. Wir wissen es nicht. Begriffe wie „Wahrheit“ oder auch „Wirklichkeit“ zählen zum zentralen Wortschatz unserer Mediengesellschaft, aber – und da setzen Ralf Bittners Arbeiten Ausrufezeichen, alles was wir „Wahrheit“ nennen oder „Wirklichkeit“, haben wir uns – erstens- individuell zurechtgezimmert oder – zweitens- in verdrehten philosophischen Schulen zurecht schreiben lassen oder -drittens- aus einer

überbordenden Informationsfülle heraus zu einem hilfreichen Instrument der Lebensbewältigung durch einen Psychotherapeuten zusammenschustern lassen. Die Schwierigkeit dabei, und davon handeln Ralf Bittners Arbeiten, die Schwierigkeit ist, dass unsere Wahrnehmungsfähigkeit zeitlich und inhaltlich eben auch sehr begrenzt ist. Die Ruhe zu finden, über Gehörtes und Gesehenes nachzudenken, zu reflektieren, sich Gedanken zu machen, was uns denn da schon wieder als Wahrheit oder Wirklichkeit angeboten wird, diese Ruhe und diese Zeit haben wir nicht. Und so fehlt uns letztendlich der kritische Gedanke, dass unser Dasein ein nur mit größter Anstrengung bewahrtes, sehr künstliches Konstrukt bleibt, in gewissem Ausmaß auch in seinen Auswüchsen gesellschaftlich akzeptiert. Wenn man es ganz negativ sagen möchte, eigentlich ein unmenschliches Dasein.

Im Jahr 2007 hat der französische Kunstkritiker Louis Marin ein Buch herausgebracht, das es auch in deutscher Übersetzung gibt. Der Titel „ Von den Mächten des Bildes“.1)

Marin lehnt ein Bild ab, das nur eine vorhandene Präsenz wiederholt. Der Widerschein der Wirklichkeit, der sich an vermeintlich Realem orientiert, sei nur Abklatsch und Trugbild. So wie unser gesellschaftlicher Status auch nur ein Trugbild, eine Selbsttäuschung bleibt.

Er fordert, Bilder zu schaffen, die das nicht Sichtbare, das Abwesende präsent machen. Er möchte Bilder, deren Mehrwert nicht in der Autorenschaft des Künstlers liegen, sondern in der Autorenschaft des Bildes selbst. Bittners Arbeiten, meine ich, können dieser Forderung standhalten. Damit ist auch klar, diese Arbeiten sind alles andere als kunstvolle Spielereien mit Sehgewohnheiten und Betrachtungsweisen.

Es wird gefragt nach dem Verhältnis vom Bild zum Abbild. In solchen Reflektionen ist das Verhältnis von Natur und Mensch, von Objekt und Subjekt, aber auch das eigene Tun des Künstlers in Frage gestellt. Am Ende der Reflektionen kann der Künstler nicht die Welt sichtbar machen, sondern das Handeln des Menschen in allen positiven und negativen Ausformungen. Er macht kein Bild der Wirklichkeit, sondern ein Bild des Zustandes der Welt, von dem geglaubt wird, oder wenigstens eine Übereinkunft vorhanden ist, dass dieser Zustand real sei.

Wir sollten uns wohl auf den Gedanken einlassen, dass Wirklichkeit nur eine Reflektion dessen ist, was man Energie und Bewegung nennen könnte.

Machen Sie sich alle ein Bild. Gleich jetzt in dieser Ausstellung.

Thomas Warndorf

  1. Louis Marin: Von den Mächten des Bildes. Louis Marin Werkausgabe, hrsg. von Michael Heitz und Heinz Jatho unter Mitarbeit von Till Bardoux. Diaphanes Verlag Zürich, 2007

 

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Ausstellung Volksbank

„Die Reise nach Prag“ ist der Titel der kommenden Ausstellung in der Volksbank Überlingen

Die Reise nach Prag

Vom 14.September bis zum 9.November zeige ich dort Malerei und Fotoarbeiten.
Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 13.September um 18Uhr statt.
Eine Einführung gibt Dr. Kornelius Otto.
Eine Musikperformance kommt vom Duo Roland Kohle und Isabell Marquardt

Im folgenden der Pressetext:

Ralf Bittner
Die Reise nach Prag

Ausstellung Ralf Bittner in der Volksbank Galerie Überlingen (Landungsplatz 11, 1. Stock)
Vernissage am Donnerstag, 13. September 2018, um 18 Uhr

Strahlend, glänzend, philosophisch: Die Volksbank Galerie Überlingen präsentiert in ihrer Jahresausstellung 2018 das Projekt „Die Reise nach Prag“ vom Künstler Ralf Bittner aus Überlingen.

Kein Tagebuch, keine Schnappschüsse und keine Souvenirs. Wer den Künstler Ralf Bittner kennt, weiß, dass die „Die Reise nach Prag“ keine Reiseerinnerung darstellt, sondern die Ausstellung die Reise selbst ist, die neue Wege der Wahrnehmung verfolgt.
„Die Reise nach Prag“ ist eines von Ralf Bittners ineinandergreifenden Projekten, die sich alle auf das Thema Transformation beziehen. Die Ausstellung ist eine malerische Darstellung von Literatur, umgesetzt auf großformatigen, abstrakten Fotoarbeiten auf Alu-Dibond sowie auf großzügigen Gemälden in Öl.

Wer Bittner bisher als Schreiner mit seinen phantasievollen Möbeln kennt, begegnet hier einem dem Dogma der Kunst verpflichteten Ralf Bittner. Im Schaufenster der Volksbank Überlingen, zur Hofstatt hin, zeigt der Künstler einen „Spind der Arbeit“, welcher zu einem „Altar der Anbetung“ umfunktioniert, das Glaubensbekenntnis zur Kunst vorausschickt.

Im literarisch, philosophischen Unterbau des Projekts „Die Reise nach Prag“, steht das Gedicht von Ingeborg Bachmann aus dem Jahr 1964 „Böhmen liegt am Meer“. Schon bei Shakespeare bezeichnet der Begriff „Böhmen am Meer“ trotz des ironischen Untertons einen utopischen Idealzustand und ruft eine lyrisch, ästhetische Vorstellung hervor.

Gewohnte Betrachtungsmuster werden in Ralf Bittners Arbeiten aufgebrochen. Die neue Sicht verweist auf Wandel und Veränderung unserer Ansichten und individuellen Selbstwerdungen.
Das Bild entsteht erst durch den Betrachter und ist keine vom Künstler vorgegebene Information.
Denn was ist ein Bild letztlich? Realität oder ein Abbild von Realität? Und welche ist die Realität des Betrachters?

Wer sich auf die Arbeit von Ralf Bittner einlässt, wird als Souvenir eine Scherbe der Erkenntnis mit nach Hause nehmen.

Vernissage am Donnerstag, 13. September 2018, um 18 Uhr

Nach der Begrüßung durch Hermann-Josef Schwarz, Vorstandsvorsitzender Volksbank Überlingen, wird Dr. Kornelius Otto, Kunsthistoriker, in das Werk einführen. Musikalisch begleitet wird der Event durch Roland Kohle, Gitarre und Isabell Marquardt, Gesang.

Ausstellungsdauer: 14. September bis 9. November 2018
Die Ausstellung kann zu den Bank-Geschäftszeiten besucht werden.

 

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Experimentelle

Zur 20. Experimentelle bin ich diesmal mit Malerei auf Holz im Schloss Thayngen vertreten. Eröffnet wird dort am 20Juli. Mehr Informationen sind zu finden unter: https://foekuhei-gottmadingen.de/index.php?experimentelle
oder: http://www.thayngen.ch/Home/Kurznews/Experimentelle-20—Ausstellung-zeitgenossischer-K.htm

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren damit am Freitag, 6. Juli um halb 8 Uhr abends der Startschuss ertönen kann. Schloss Randegg, genauer die Ausstellungsräumlichkeiten, werden noch geputzt, Wände an einigen Stellen nachgestrichen damit die ehrwürdigen Gemäuer wieder den passenden Hintergrund für die Werke der in Randegg ausstellenden 21 Künstler*innen sein kann. Wie immer ohne Netz und doppelten Boden, sprich unklimatisiert, ohne ausgefallene und aufwändige Lichtregie, können die Bilder und Skulpturen von weiter weg oder auch ganz nah wahrgenommen werden. Sehr direkt und ungeschützt wird der*die Betrachter*in zum zweiten Teil des Kunstwerks. Denn ohne sie*ihn bleibt ein Bild nur Farbe auf einem Untergrund oder in Form gebrachtes Material. Auf diese wichtige Funktion können sich die hoffentlich zahlreichen Besucher*innen der Vernissage und den anschließenden Samstagen und Sonntagen jeweils von 13-18 Uhr einlassen. Die meisten Werke können zudem gekauft werden, gegen leere Wände in der Wohnung kann Abhilfe geschaffen werden.

Die Zahl hinter dem Titel zeigt, dass ein Jubiläum ansteht. Die 20. Auflage und das im 30. Jahr verspricht ein ganz besonderes Ereignis zu sein. Was in der Grenzlandhalle an einem Wochenende begann, findet in diesem Jahr an 6 Orten in 4 Ländern statt: neben Randegg können Ausstellungen in Amstetten in Niederösterreich (Eröffnung dort war schon am 11. Juni), in Thayngen direkt über der Grenze, in Bad Schussenried, in Wald-Ruhestetten und im Oktober für 3 Wochen in Straßburg, im Herzen Europas. Eine Wanderer- Ausstellung, der*die Betrachter*in kann, durch Europa reisend, zeitgenössische Kunst (Malerei und Bildhauerei) auf sich wirken lassen, damit umgehen, was es in ihr*ihm auslöst. In Zeiten nationalistischer Gebärden allenthalben, eine den europäischen Gedanken praktizierende und auf diesem Kontinent einmalige Möglichkeit.

Das alles war Grund genug, dass die Regierungspräsidentin Südbadens, Frau Bärbel Schäfer, sofort bereit war, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Sie wird zur Eröffnung kommen, wir vom veranstaltenden Förderkreis für Kultur und Heimatgeschichte Gottmadingen e.V. freuen uns und sind gespannt auf ihre Gedanken dazu, ebenso wie auf die Grußworte des Gottmadinger Bürgermeisters Dr. Michael Klinger. Die Begrüßung übernehmen die beiden im FöKuHei bisher aktiven Vorsitzenden: der Aktuelle, Bernd Gassner und mit Axel Feigenbutz einer der 4 Geburtshelfer und langjähriger Betreuer der Experimentelle. Bei den anderen handelt es sich natürlich um Titus Koch, u.a. Schlossherr, Galerist und idealistischer Motor der Veranstaltung, Dieter „Aschi“ Schmied, Transporteur der Kunst vom Atelier zum Ausstellungsort und wieder zurück und um den in den Anfängen noch als Kunst-Student agierenden, heute an der Karlsruher Kunstakademie als Professor für „Experimentelle Transferverfahren“ wirkende Axel Heil.

Thayngen
Experimentelle 20

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