Pop

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Madonna ist heute die moderne Projektionsfläche für die erotische Erlösung. Madonna transzendiert die Funktion der Ästhetik, die das gesendete Bild vermittelt, in den erreichbaren Bereich der Teilnahme am Mythos durch die Mittel des Konsum. Madonna wird genossen und also gekauft. Das Visuelle als Folie des Begehrens kann, weil es reine Oberfläche bleibt, zur Vision des befreiten Menschen werden, der im Guten des Genusses sich selbst absolutiert. Im Tanz verklären wir uns selbst und die Madonna hat geholfen. Unsere Wünsche haben sich erfüllt, bis zum nächsten spot, unsere Sorgen sind von uns genommen. Madonna ist Pop; Madonna gibt es nicht.

Pop: Direktdruck auf Aludibond
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Also lässt sich Madonna als Wirklichkeit auch nicht darstellen, da jedes Bild immer nur sich selbst darstellt, also selbst Madonna ist. Ralf Bittner versucht nun, die visuelle Wirklichkeit der Wahrnehmungsdifferenz zwischen dem Objekt der Erscheinung und der ästhetischen Erfahrung aufzuzeigen. Da Wahrnehmung selbst schon Objektkonstruktion ist, Erzeugung eines Wahrnehmungsbildes, ist auch diese nicht notwendig realer als das Bild. Um demnach die Behauptung der Fotografie zu unterlaufen, eine subjekt- und bedeutungsfreie dokumentarische Objektivität darzustellen, transzendiert RB das Medienbild von Pop-Ikonen in eine Sichtbarkeitsanordnung, in der letztlich die Erscheinung des vorgestellten Bildes fragwürdig werden muss. Dabei wird die Wahrnehmung selbst in Frage gestellt, da der Kontext zwischen Bildquelle und visualisierten Bild auf die Probe gestellt wird. Das Objekt der Wahrnehmung sowie seine Wirklichkeitskonstruktion verbleiben als rein ästhetische Erfahrung- das „interesselose Wohlgefallen“ löst die Konsumaufforderung auf.

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