Destination Sils Maria

Seit mehr als 150 Jahren lockt der gediegene Ort Sils Maria am Eingang zum Fextal Dichter, Maler und Musiker an.

Der Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesses war dem Engadin sehr verbunden. „Wir sind hier restlos begeistert und schlürfen die Luft der Gemsen wie französischen Champagner“, schrieb der Komponist  Richard Strauss 1947.
Schriftsteller wie Max Frisch, Thomas Mann oder Kurt Tucholsky genossen hier vor allem die Ruhe und Abgeschiedenheit.
„Lieber alter Freund, nun bin ich wieder im Ober-Engadin, zum dritten Male, und wieder fühle ich, daß hier und nirgends anderswo meine rechte Heimat und Brutstätte ist.“ (Friedrich Nietzsche)

Auf ausgedehnten Spaziergängen entlang der Oberengadiner Seen liess sich Friedrich Nietzsche zu seinen Werken inspirieren.

am stein der ewigen wiederkunft
Leuchtschrift auf Fotografie

«Er hat das Gehen als unbedingte Voraussetzung für das Denken verstanden. Seine Gedanken waren Geh-Danken, sie verdankten sich dem Gehen», erklärt Mirella Carbone. Auch die Eingebung zu «Also sprach Zarathustra», seinem berühmtestem Buch, hatte Nietzsche hier im Engadin, an einem Felsen am Ufer des Silvaplaner Sees. Hier hatte er die Idee der ewigen Wiederkunft des Gleichen.  (Quelle: srf.ch/kultur von Christina Caprez)

Sils Maria von Gerhard Richter
Leuchtschrift auf Fotografie

Jene, die seit über 100 Jahren nach Sils Maria kommen, wissen um die Magie des Ortes. Wer hier einmal Höhenluft geatmet, wer den „Born der Lust“ erklommen hat, der fühlt sich umgehend befreit.
Und jene, die Nietzsche schon immer verstanden haben, sehen in ihm einen sprachgewaltigen Anwalt gegen Indoktrination, Radikalität, Intoleranz. „Alles Unbedingte gehört in die Pathologie“, schrieb Nietzsche.

Und es ist eben nicht so, dass N. seine Beweisversuche publizierte oder sich der Naturwissenschaft zuwandte. Sondern für seinen Zarathustra bewusst eine ganz andere Darstellungsform wählte. So hat Giorgio Colli den tieferen Wert der Suche nach Quellen und Parallelen bestritten, indem er Also sprach Zarathustra als einen Versuch deutete, das „unmittelbare“, vorsprachliche Erlebnis zu fassen. Zuletzt gilt in jedem Falle, man solle „keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren wurde
F.N.

 

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